Informationen zur “Vulkanaktivität” auf Island

Informationen zur “Vulkanaktivität” auf Island

Trolltours Reiseleiter Stefan König, vor Ort in Island, berichtet folgendes:

 Seit dem 16.8. gibt es unter der Bárdarbunga, einer knapp 2000 m hohen Erhebung im Nordwesten des großen Vatnajoekulls, eine anhaltende Serie von Erdbeben. Die Bárdarbunga ist ein unter 150 – 600 m unter dem Eis des Vatnajoekulls gelegener Vulkan. Am Gipfel des Vulkans gibt es Caldera (Schüsselförmiger Krater), wie gesagt eisbedeckt. Die stärksten Beben erreichten eine Stärke von knapp 4 auf der Richterskala. Die meisten Beben haben eine Tiefe von 8 – 11 Km. Die Beben zeigen deutlich an, dass Magma in dieser Region aus größerer Tiefe einströmt. Die Verlagerung der Beben nach Nordost deutet auf ein Strömen des Magmas in diese Richtung hin. Laut  Magnús Tumi Gudmundsson, Geologie Professor an der Universität von Island, ist es unmöglich zu sagen, ob ein Verbleiben des Magmas in dieser Tiefe oder ein Aufsteigen mit nachfolgendem Ausbruch des Vulkans wahrscheinlicher ist.

Meistens bleibt aufsteigendes Magma im Vulkan stecken und es kommt zu keinem Ausbruch. Zur Zeit ist es nicht möglich, einen Ausbruch oder auch nur den genauen Ort eines eventuellen Ausbruchs vorherzusagen. Wahrscheinlich käme das Magma nicht in der Caldera der Bárdarbunga, sondern am Rande nach oben.  Bis jetzt hat das Magma einen ca 25 Km langen Fördergang in 8 – 10 Km Tiefe gebildet (Richtung Nordost). Das Magma hat basaltische Zusammensetzung, ist also relativ dünnflüssig.  Eine gefährliche Explosion bei einem eventuellen Ausbruch des Vulkans ist deshalb auszuschließen.  Käme es zu einem Ausbruch, würden bei der Ausbruchsstelle große Mengen von Schmelzwasser anfallen, dass vermutlich nach Norden abfliessen wuerde. Deshalb wurden vorsorglich alle Wanderer aus den betroffenen Hochlandregionen (Kverkfjoell, Dreki, Herdubreidarlindar) herausgebracht, da man gegebenenfalls nicht schnell genug das schwer zugängliche Gebiet räumen könnte. Touren zur Askja sind z.B. nicht mehr möglich, Trolltours Reisen sind von der Sperrung  nicht betroffen. Bauern bekommen eine Sondergenehmigung für das Abtreiben ihrer Schafe aus den vorsorglich gesperrten Gebieten. Professor Magnús Tumi Gudmundsson rechnet mit weniger Schmelzwasser als 1996 beim Ausbruch des Gjálp im Sueden der Bárdarbunga.  Bei einem Ausbruch bliebe genügend Zeit, um betroffene Brücken zu sperren und betroffene weitere Wandergebiete beim Dettifoss oder bei Ásbyrgi zu sperren bzw. zu räumen.

Stand 21.08.14

Diesen Artikel hat geschrieben:

Nicole Fritz

E-Mail: fritz@trolltours.de
Telefon: 02982-922150

Zögern Sie nicht, mich bei Fragen anzusprechen.

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