Finnland 2013 – Urlaub in der Mittsommerzeit mit Troll Tours

Finnland 2013 – Urlaub in der Mittsommerzeit mit Troll Tours

 

Der Journalist Heiner Scholz aus Leipzig war im Juni 2013 unterwegs in Finnland auf der Reise „Finnlands Westen – Kultur- & Naturerlebnisse“ sowie auf den Åland-Inseln:

Da standen wir nun nach nur knapp zwei Stunden auf dem Flughafen in Helsinki am Stand der Autovermietung, und draußen goss es in Strömen. Kann ja toll werden, dachte ich, genau das Wetter, das ich für die Zwölf-Tage-Tour befürchtet hatte. Dauerregen, Dauergrau, und triste 12 Grad. Schon 2001, bei meiner ersten Finnland-Reise, waren Nässe und Kälte Dauerbegleiter. Doch diesmal kam es anders.

Schon bei der Ausfahrt aus dem Flughafen-Terminal riss der Himmel auf. Lahti war der abendliche Zielort. Allerdings wir gingen sofort zur ersten Programm-Änderung über. Wir ließen die empfohlenen Orte Kerava, Tuusula und Järvenpää links liegen und fuhren zunächst in die alte Hafenstadt Porvoo. Das ist zwar ein Umweg nach Lahti, aber es lohnt sich. Ein zwar überschaubares, aber feines kleines Zentrum aus Holzhäusern bietet die nach Turku zweitälteste Stadt Finnlands, hübsche rostrot gestrichene Salzspeicherhäuser am Ufer des durch die Stadt fließenden Porvoonjoki, sowie den nach einem verheerenden Brand 2006 nahezu zerstörten und inzwischen fast wiederhergestellten Dom. Danach über die 55 Richtung E75, und ab nach Lahti. Einchecken im Hotel, und in der ewig langen Abendsonne noch einen Spaziergang durch die Stadt. Sehenswert: Die riesigen Schanzen, auf denen sich im Winter tollkühne Skispringer ins Tal stürzen. Wer einmal oben auf so einem Ding stand, der hat Respekt vor diesen sportlichen Leistungen.
Tags drauf hieß das Ziel Jyväskylä. Und schon wieder wichen wir von der Routen-Empfehlung ab, ließen die Kartonfabrik in Verla trotz ihres Weltkulturerbe-Status Kartonfabrik sein und trödelten stattdessen in Ruhe und bei besten Bedingungen – strahlend blauer Himmel, Sonne satt und 23 Grad – am Päijänne-See gen Norden – über Asikaala, Sysma und Luhanka die Straßen 24, 314, 612 und 610, die nördlich von Korpilahti auf die E63 trifft, welche direkt nach Jyväskylä trifft. Um es gleich zu sagen: Wir haben diese Programm-Änderung nicht bereut – es ist eine landschaftlich wundervolle Straße durchs Seengebiet, man fährt von einer Postkarte in die nächste und hat unterwegs reichlich tolle Picknick-Plätze – eine der schönsten Straßen, die wir je gefahren sind! Gegen 16 Uhr Ankunft in Jyväskylä, Einchecken, Abendbesichtigung der Stadt. Diesen Rhythmus sollten wir in den kommenden Tagen beibehalten.

Denn eins sollte man sich vor Augen führen: Finnische Stadtzentren sind relativ überschaubar. Viele Orte sind nicht älter als 250 bis 300 Jahre, und da zunächst nur mit Holz gebaut wurde und fast jede Stadt mal Opfer eines Großbrandes wurde, ist der Anteil an Altbausubstanz in den Orten eher übersichtlich. Dafür gibt es etliche Museen – die zwar sicher ganz liebevoll gestaltet sind, aber eben oft auch nur in finnisch beschriftet – da ist der Erkenntnisgewinn dann eher übersichtlich und sie empfehlen sich mehr als Schlechtwetter-Varianten. Bei schönem Wetter sollte die Devise lauten: raus, raus und nochmals raus!
So ging es dann am nächsten Morgen weiter nach Vaasa – diesmal blieben wir am Programm ganz dicht dran. Sehr sehenswert die Holzkirche von Petäjävesi – ebenfalls Unesco-Kulturerbe. Danach gemütlich durch schöne finnische Landschaften nach Vaasa – einer schönen Stadt an der Ostsee, die mit Appellationsgericht, diversen Kirchen, dem kleinen russischen Platz rund um die orthodoxe Kirche und dem Stadtteil Alt Vaasa einiges zu bieten hat. Einen guten Überblick kann man sich vom Jugendstil-Wasserturm mitten in der Stadt verschaffen, oder von der Pool-Sauna in der zwölften Etage des Radisson Hotels, in dem wir untergebracht waren.

Am nächsten Tag regnete es in Strömen. Das war schade, aber nicht zu ändern. Geplant war ein Tagesausflug ins Naturarchipel Kvarken – ein Landstrich, der sich seit der Eiszeit langsam wieder aus der Ostsee erhebt. Wir beließen es bei einer Autotour an die Nordspitze nach Svedjehamn, und fuhren zurück ins Hotel, da inzwischen auch noch Nebel dazugekommen war. Und ein wenig Wellness tat auch mal ganz gut.
Von Vaasa ging es am nächsten Tag nach Rauma, mit Zwischenstopps in Kaskinen und Kristinestadt, pittoreske kleine Orte mit zum Teil hübschen kleinen Holzhaus-Vierteln. Kleiner Tipp: Hier sollte man so oft wie möglich von der eher langweiligen Straße 8 runter und die Küstenstraße lang trödeln – die ist mit einem braunen Schild mit weißem Leuchtturm drauf gut gekennzeichnet. Rauma selbst war dann einer der Glanzpunkte dieser Tour: Das kleine, etwa nur einen halben Quadratkilometer große Stadtzentrum Vanha Rauma ist fast noch komplett in seiner Holzhaus-Altbestand-Struktur erhalten. Pittoreske Häuschen mit großen Läden (man fragt sich, wo die Menschen wohnen) säumen die Hauptstraße Kuninkaankatu, ein hübscher Markt samt Freisitzen lädt zum Verweilen. Alles in allem eine riesengroße Märchenkulisse, als sei die Zeit stehen geblieben.

Am nächsten Tag ging es dann mit munterem Inselhopping auf die Aland Inseln. Troll Tours hatte diese Route auf unseren Wunsch zusätzlich in die Tour gebastelt – und so ging es durch die Schären vor Finnlands Westküste. Landschaftlich ein Traum, und wenn – wie in unserem Fall – auch noch das Wetter seine allerbeste Seite zeigt, ein echtes Erlebnis. Sicher kann man (und sollte man auch) die üblichen Sehenswürdigkeiten abklappern, aber viel Reizvolles gibt es auch an den Nebenstrecken zu entdecken. So befindet sich mit dem Havsvidden eines der schönsten (und auch nicht gerade billigsten) Restaurants ganz im Norden der Hauptinsel Fasta Aland – mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Schären und die Ostsee. Und an (fast) allen Ecken finden sich Erinnerungen an den alten Königs-Post-Weg, der einst von St. Petersburg nach Stockholm und Kopenhagen über die Aland-Inseln führte.
Von den Aland-Inseln schließlich über Turku mit seinem nüchternen, aber schönen Dom und seinem kunterbunten Blumen- und Gemüsemarkt erreichten wir unser Ziel Helsinki. Um es kurz zu machen: Für mich ist Helsinki die schönste Hauptstadt Skandinaviens! Unheimlich viel Jugendstil und Klassizismus, ein Fest fürs Auge, was die Architektur angeht. Und dazu überschaubar und fast komplett fußläufig zu erkunden. Glücklicherweise hatten wir noch zwei Verlängerungstage Helsinki gebucht und konnten so diese Halb-Millionen-Metropole und ihre interessante und wechselhafte Geschichte in Ruhe erkunden. Und entdeckten auch noch einen kleinen Geheimtipp: Das Restaurant Kolme Kruunua in der Elisabetsgatan bietet tolle traditionelle finnische Küche zu erschwinglichen Preisen!
Noch ein Wort zur Organisation: Caroline Jahnke von Troll Tours hat ganze Arbeit geleistet, unsere Sonderwünsche wunderbar mit eingearbeitet und stand auch für Nachfragen sofort mit Rat und Tat bereit. Es klappte alles perfekt – vom Hoteleinchecken bis zu den Fährpassagen. Die Quartiere sind gut bis sehr gut, das Hotel Cikada in Mariehamn hat zwar sehr schöne Balkons, ist allerdings auch ein wenig abgewohnt, und das dortige Frühstücksbuffet ist nicht der Brüller. Klasse ist die Idee mit dem Pellas Gästhem auf der Aland-Insel Lappo – es ist zwar sehr spartanisch, aber urig, und damit mal was anderes.

Es empfiehlt sich, per Flugzeug anzureisen und dann einen Mietwagen zu nehmen. Mit der direkten Fähre und eigenem Fahrzeug mag es reizvoll sein (und wir hatten es eigentlich auch vor), aber es ist unverschämt teuer. Finnlines verlangt auf der Strecke Rostock-Helsinki pro Nacht für die Kabine ab 430 Euro aufwärts. Mit Verlaub: Für den Preis bekomme ich im Berliner Adlon zwei Übernachtungen. Zuzüglich Fahrpreis pro Person und Fahrzeug landet man schnell für die Hin- und Rückfahrt bei 1800 Euro. Günstiger ist die Route über Schweden (z.b. Rostock-Trelleborg und dann Stockholm-Turku oder Stockholm-Helsinki), aber da sitzt man eben auch schon ein ziemliches Stück im Auto…
Und wenn wir gerade bei Preisen sind: Gewöhnungsbedürftig sind die Parkgebühren der Hotels in Finnland. Das kann kostenlos sein, muss es aber nicht. Im Sokos Presidentii in Helsinki gehen sogar stolze 33 Euro für 24 Stunden drauf. Das Problem: Man hat keine Alternative. In ganz Helsinki stehen Parkscheinautomaten – mit Höchstparkdauer und stattlichen Gebühren, auch mal 5,60 Euro für die Stunde in Zentrumslage. Und ehe man ein ebenfalls nicht ganz billiges Knöllchen riskiert oder gar das Abschleppen des Wagens, sollte man lieber zähneknirschend in den sauren Apfel beißen und die Hotel-Tiefgarage nutzen – oder den Mietwagen in Helsinki gleich wieder abgeben – gebraucht wird er dort eh kaum. Aber das Finnland zwar schön, aber auch teuer ist, ist ungefähr so neu wie die Erkenntnis, dass Wasser nass ist. Dafür wird man mit wundervoller Landschaft, entspannten und netten Einheimischen und tollen Eindrücken entschädigt! Gern wieder!!!

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